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2014 / HAMMELBURG

Bericht über die 21. Konferenz der IGEB

Hammelburg, 17. bis 22. Juli 2014 (IGEB 1974 – 2014)

von Bernhard Habla, Oberschützen

Die 21. Internationale Konferenz der IGEB hatte als Hauptthema

 (Aus-)Bildung in der Blas- und Amateurmusik in Geschichte und Gegenwart

(Education in Wind-Bands and Music-Amateurs in the Past and the Present)

und umfasste, wie bei IGEB-Konferenzen üblich, auch zahlreiche Referate zu aktuellen Blasmusik-Forschungsthemen sowie einige Referate zum Chorwesen, der weiteren großen Amateurmusikbewegung in Europa seit dem 19. Jahrhundert. 

Die Bayerische Musikakademie Hammelburg ist die älteste Akademie dieser Art in Bayern und dient vor allem zur Weiterbildung von Musikinteressierten und als Standort für Sinfonische Blasorchester oder besondere Besetzungen, wie etwa das „Saxophonorchester Musikakademie Hammelburg“. 

Alle Referenten konnten mit ihren Begleitpersonen in den Räumlichkeiten der Akademie untergebracht werden, und wurden auch von der hauseigenen Küche bestens versorgt.

Für die Abhaltung der über 30 Referate, die Referenten stammten aus 13 europäischen Ländern und 13 amerikanischen und kanadischen Bundesstaaten, stand der Kammermusiksaal mit allen technischen Möglichkeiten sowie Klavier zur Verfügung. Die Referate werden im „Konferenzbericht Hammelburg 2014“ in der Reihe „Alta Musica“ voraussichtlich Mitte 2016 gedruckt vorliegen.

Die Konzerte im Abendprogramm fanden im Serenadenhof (Konzert mit dem Heeresmusikkorps Veitshöchheim, Leitung Burkhart Zenglein / Konzert der Preisträger des Kammermusikfestivals des Nordbayerischen Musikbundes), in der Franziskanerkirche (Seniorenblasorchester des Nordbayerischen Musikbundes, Leitung Erhard Rada und dem blinden Trompeter Gisbert Müller mit Orgel Dieter Blum) statt. Bei Schlechtwetter wäre auch der Große Saal eine Möglichkeit für Konzertveranstaltungen gewesen, der aber aufgrund des hervorragenden Wetters während der Tagung nicht benötigt wurde.

Die Abendstunden nach den Konzerten wurden im sogenannten Felsenkeller, einem ehemaligen unterirdischen Eiskeller der Klosteranlage, bzw. seinem Vorhof verbracht, wobei in den Gesprächen und Diskussionen auch unterschiedlichste Themenkreise angesprochen worden sind. Die IGEB-Konferenzen dienen neben den Vorträgen auch zum persönlichen Austausch von Fachinformationen. Eröffnet wurde der Keller für die IGEB am Donnerstag durch die Gruppe „gradnaus“, die hervorragend fränkische Volksmusik mit internationalem Flair gefärbt (unplugged) vortrug und die den Anreisetag mit Eröffnungsfeier (Redner: Dr. Bernhard Habla, Prof. Dr. Friedhelm Brusniak - Vertreter der Uni Würzburg -, Ernst Oestreicher - Bundesdirigent Nordbayerischer Musikbund -, Rita Schaupp - stellv. Bürgermeisterin von Hammelburg) sowie Vorstandssitzung und Hauptversammlung der IGEB, die an diesem Tag auf dem Programm standen, krönend abschloss. Dieser erste Abend war auch dem 40. Geburtstag der IGEB gewidmet.

Der Freitag und Samstag war dann wissenschaftlichen Vorträgen zum pädagogischen Haupt-Thema und wissenschaftlichen Spezialbereichen geprägt.

Eine Besonderheit stellte der Toscana-Saal in der Residenz in Würzburg dar, der seit Jahrzehnten der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg als (schönster) Vorlesungsraum der Universität zur Verfügung steht und für die Referatvorträge am Sonntag genutzt werden konnte. Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Alfred Forchel begrüßte in einer kurzen Ansprache die Tagungsteilnehmer am Sonntagmorgen.

Die anschließende Mainschifffahrt entlang der Mainschleife, einer wunderbaren Region des Weinbaus, begleitet vom Blechbläserquartett „Meeblech“ (= Main-Blech) und der Spaziergang durch den Weinort Sommerach, Empfang beim Bürgermeister Elmar Henke, untermalt von einem Blechbläserquartett der Musikschule, mit Besichtigung des „Schwanensaals“ im Gasthaus „Schwan“, einem schönen Beispiel für den fränkischen Jugendstil, in dem der Musikverein Sommerach 1824 gegründet wurde (zweitältester Musikverein Bayerns), und der auch lange als Proberaum diente, und musikalisch umrahmt von einem Klarinettenquartett der Musikschule Sommerach. Eine kleine Ausstellung des Musikvereines, u.a. mit alten Noten und einem Schellenbaum aus dem 19. Jahrhundert, ließ die Vergangenheit dieses alten Vereines wieder auferstehen und regte zu lebhaften Gesprächen bei einem Gläschen Wein über die Tradition der Blasmusik in diesem Land an.

Anschließend wurde im Weingut Zehnthof der tief unter der Erde liegende historische Weinkeller besichtigt.

Nach einer kurzen Busfahrt erreichten die Tagungsteilnehmer Volkach, wo die Musikschule besichtigt werden konnte und der Musikschuleiter Oskar Schwab in einem kurzen Referat über die Tätigkeit der Schule und deren Wirkung auf das kulturelle Leben der Stadt einging. Anschließend gab es im „Schelfenhaus“ zu Volkach ein empfehlenswertes „Winzervesper“, und die Reisegruppe kam dann in einer einstündigen Busfahrt wieder in der Akademie in Hammelburg an.

Einer der abschließenden Höhepunkte der Referate am Montag war die Vorführung des Kontrabass-Saxophons durch Gunther Joppig.

Trotz der schnellen Internetmöglichkeiten, die uns tagtäglich zur Verfügung stehen, wurde bei dieser Tagung die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen intensiv genutzt, und einmal mehr erwies sich die Weltsprache „Broken English“ in Verbindung mit Körpersprache als ideales Verständigungsmittel.

Die Tagung, die maßgeblich von der IGEB und vom International Center for Wind Music - Panonnische Forschungsstelle und dem Institut für Ethnomusikologie der KUG in den letzten beiden Jahren vorbereitet worden ist, kann als sehr erfolgreiche Veranstaltung einstuft werden.

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