zurück 

2012 / COIMBRA

Bericht über die 20. Konferenz der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik (IGEB) Coimbra, Portugal (12. bis 17. Juli 2012)

 “On the Border: Bridging the Path Between Tradition and Art”

 von Bernhard Habla, Oberschützen

Die 20. Konferenz der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung und  Förderung fand in der alten portugiesischen Universitätsstadt Coimbra statt. Diese alte Universitätsstadt bildete einen würdevollen Rahmen für die Teilnehmer aus 15 Ländern und vielen Bundesstaaten der USA.

Der Konferenz voran gestellt war ein „Portugiesischer Tag“ (Anreisetag, 12. Juli 2012), an dem Studenten aus Portugal über verschiedene nationale Themen referierten. Am späteren Nachmittag dieses Donnerstags fand die Haupt-Versammlung der IGEB mit Neuwahlen des Vorstandes statt. Dabei wurde der Vorstand im Wesentlichen bestätigt, lediglich Generalsekretär Dr. Friedrich Anzenberger stellte aus Arbeitsgründen sein Amt zur Verfügung. An seiner Stelle wurde Dr. Damien Sagrillo aus Luxemburg gewählt. Bei der Versammlung wurde dann die Arbeit für die folgenden Jahre vorgestellt, die hauptsächlich Publikationen und Konferenzen vorsieht.

Die offizielle Eröffnung erfolgte anschließend im Sala S. Pedro der Handschriftensammlung der Bibliothek der Universität, mit einer Würdigung von Frau Prof. Dr. Maria Augusta Barbosa, der Pionierin der portugiesischen Musikwissenschaft, durch Prof. Dr. Paulo Estudante. Musikalisch wurde die Konferenz für Orgel und Trompete mit einem Konzert in der Universitätskapelle eingeleitet (Luis Granjo, Trompete und Paulo Bernardino, Orgel). Dabei konnte das für den iberischen Orgelbaustil charakteristische „iberische“ (= spanische) Trompetenregister gehört werden. Weiters besitzt die Orgel ein geteiltes Manual.

Am Mittwoch begannen die Referate (siehe Anhang) in einem Hörsaal der Faculdade de Letras da Universidade de Coimbra, der auch an den weiteren Tagen für die Vorträge zur Verfügung stand. Bemerkenswert war der hohe Anteil der Besucher an der Konferenz, die nicht nur interessierte Studenten der Universität sondern auch weitere umfasste. Den ersten Tag schloss ein Konzert der Filarmónica Boa Vontade Lorvanense unter der Leitung von Paulo Almeida auf der Terrasse zwischen dem Chemie- und Physik-Institut ab.

Der Samstag war gänzlich Referaten gewidmet, den Abschluss bildete ein Konzert der Filarmónica União Taveirense unter der Leitung von João Paulo Fernandes und den Gastdirigenten Robert Grechesky (USA), Marcelo Jardim (Brasilien) und Seth Wollam (USA) im Pavilhão Centro de Portugal.

Am Sonntag gab es Vormittags Referate und der Nachmittag war Sightseeing gewidmet. So wurde das Bairrada Ethnomusic Museum mit einer schönen Sammlung von Blechblasinstrumenten, die in Portugal gefertigt worden waren und zum Entstehen des Blasmusikwesens in Portugal wesentlich beigetragen haben, besucht. Ebenso wurde der Luis Pato Weinkeller besucht und die Produkte verkostet und dann ein gemeinsames Abendessen in einem Weinkeller eingenommen. Musikalisch umrahmt wurde dies durch die Fado-Gruppe Tuna Académica da Universidade de Coimbra.

Der abschließende Montag war wieder Referaten gewidmet und mit einer abschließenden Diskussion konnte der wissenschaftliche Teil des Kongresses abgeschlossen werden. Die musikalischen Höhepunkte wurden von einem Konzert des Saxophon-Quartetts Quadquartet mit zeitgenössischen portugiesischen Komponisten im in der beeindruckenden Bibliothek Joanina der Universität Coimbra eingeleitet, und mit einem beeindruckenden Konzert der Banda Sinfónica ARMAB unter der Leitung von Paulo Martins zum Höhepunkt gebracht.

Die thematische Ausrichtung der Konferenz „On the Border: Bridging the Path Between Tradition and Art“ brachte eindrucksvolle Ergebnisse in Theorie und Praxis (Konzerten). Die Referate werden in einem Konferenzbericht der Reihe Alta Musica erscheinen.

Dank gilt André Granjo, António Pedro Pita, Paulo Estudante und von der Universität Lissabon Manuel Deniz Silva. Wesentliche Arbeiten wurden vom Centro de Estudos Interdisciplinares do Século XX da U. C. - CEIS 20 organisiert. 

Die Universität, die Stadt, Land und Leute zeigten sich von der liebenswertesten Seite, was von allen Teilnehmern auch honoriert und dankbar angenommen wurde. 

Referate:

Dazu portugiesische Referate am Donnerstag

Leon  Bly (Stuttgart, Deutschland), The Wind Orchestra's Instrumentation - Crossing the Bridge from Tradition to Art

Thierry  Bouzard (Saint Maur, Frankreich), The French Ordinance of 1754 and the Drums Calls in Use in the French Army in the 18th Century

Helmut  Brenner, (Graz, Österreich), Music Between Heaven and Earth. The "Danza de voladores" in Mexico and Guatemala

Maria Clara Vargas  Cullel, (San José, Costa Rica), The Role of Music Education and Cultural Developement in Costa Rica

Evan  Feldmann (Chapel Hill, North Carolina / USA), Drones and Pedales: Tradition Applied as Flexible Pedagogical Tools

Anatoliy  Gabrov (Sofia, Bulgarien), Stefan Marino: History of his Life

David  Gasche (Wien, Österreich), The First Golden Age of the Viennese Harmoniemusik: Current Research on its Birth With Remarks on the Patita in F, for Wind Quintet Composed by Franz Aspelmayr (1769)

André  Granjo (Coimbra, Portugal), Community Wind Bands as Artistic Institutions: the Commissioning Project of the Secretariat of State and Culture

Bob  Grechesky (Indianapolis, Indianapolis / USA), The Relationship of Selected Band Works of Ralph Vaughan Williams to His Orchestral Works

Bernhard  Habla (Oberschützen, Österreich), International Wind Music Associations. Targets, Objectives, and Activities

Joseph  Hartmann (Gan Ner, Israel), The  Israeli Defense Force (IDF) Band in the Reflection of the Times

Peter  Heckl (Graz, Österreich), A Harmoniemusik Setting of Mozart’s Zauberflöte is Rediscovered: The Arrangement by Karl Andreas Goepfert

Manfred  Heidler (Bonn, Deutschland), «A Philharmonic in Every Corner»: Coments on Wind Bands Marketing

Patrick  Hennessey (Honolulu, Hawaii / USA)), Beyond the ‘Ukulele: Portuguese Influence on the Musical Traditions of Hawai‘i

Erik  Janners (Oak Creek, Wisconsin /USA), Performance Psychology Concepts in Music

Marcelo  Jardim (Rio de Janeiro, Brasilien), The Music for Wind Band by Heitor Villa-Lobos: A Peripheral Approach or an Histoical Rescue

Keith  Kinder (Oakville, Ontario / Kanada), The Potugese Community Band of Hamilton Ontario

Kari  Laitinen (Helsinki, Finnland), Popularizing Tradition and Art: 19th-Century Finnish Wind Band Potpourri

Joseph  Manfredo (Mahomet, Illinois / USA), David Maslanka: Evolution and Influences of his Compositional Style and Application to the Symphony # 9

Jon  Mitchell (Franklin, Massachusetts / USA), Haydn Wood: From the Isle of Man to London and Beyond

Patrick  Murphy  (Portland, Oregon / USA), Boris Kozhevnikov: Defining the Soviet Symphony for Wind Orchestra

Jörg  Murschinsky (Welzheim, Deutschland), Authenticity vs. Practicability - Getting Elsa to to the Church On Time (And In Style)

Peter  Ninaus (Wien, Österreich), The Fingering Logic and Performing of Woodwind Instruments Using the Example of the Clarinet. A Psychological Study and Model

Francis  Pieters (Kortijk, Belgien), Wind Band Music Paying Tribute to Napoleon

Rui Magno  Pinto (Lissabon, Portugal), Operatic Content and Form in Portuguese 19th-Century Instrumental Music

Paul W.  Popiel (Lawrence, Kansas / USA), Recent Wind Band Works of Composer Michael Colgrass: Translating the Traditional into the Artistic

John  Reid (Calgary, Alberta / USA), The Life and Music of Canadian Composer, Arranger, Conductor Howard Cable

Mikolaj  Rykowski (Bydgoszcz, Polen), Harmoniemusik in Polish Musical Tradition - Sociological and Aesthetical Insights

Damien  Sagrillo (Hellingen, Luxemburg), Wind Music and Music Education

Malik  Sharif (Graz, Österreich), Alternative Wind Band Music Beyond Tradition and Art: A Case Study From Austria

Shawn  Smith (Corpus Christi, Texas / USA), The Brazilian Gershwin: The Fusion of Folk, Popular and Classical in the Wind Music of Heitor Villa-Lobos

Rytis  Urniezius (Šiauliai, Litauen), The Approach to the Transcriptions for the Wind Band: The Path from "Tradition" to Art

Seth  Wollem (Denton, Texas / USA), A Comparative Analysis of the Influences of Popular Music on Contemporary Band Repertoire

zurück